Frühe Kirche: Vortrag aus der Reihe „Kirchengeschichte“ · Dauer: ca. 24 Minuten
Rückblick und Wachstum
Die Folge fasst zusammen: Im ersten Jahrhundert kommt das Evangelium von Jerusalem nach Rom, im zweiten werden die Gemeinden größer, und die Bischöfe treten in den Vordergrund. Die Schrift nennt in der Gemeinde keinen Unterschied zwischen Bischof und Ältestem. Am Ende des ersten Jahrhunderts schätzt man den Anteil der Christen auf ein Fünfzigstel eines Prozents, Ende des dritten sind es etwa zehn Prozent. Die ersten eigenen Gebäude entstehen.
Der Gottesdienst ähnelt dem, was die Gemeinde Christi heute feiert: Lesung, Lieder, Predigt und jede Woche das Herrenmahl. Weil der Sonntag ein normaler Arbeitstag war, trafen sich die Christen vor oder nach der Arbeit.
Das Reich in der Krise
Die Folge beschreibt das Römische Reich des dritten Jahrhunderts: 35 Kaiser in 100 Jahren, Angriffe von Persern, Goten und Germanen, eine Seuche und eine Inflation, weil der Silbergehalt der Münzen gesenkt wurde. Zugleich war die Vielzahl der Götter in den Städten ein Problem: Niemand wusste mehr, welcher Gott wofür zuständig war.
Das Christentum bot dagegen den einen Gott, der jeden Menschen kennt und liebt, unabhängig von Stand und Besitz. Weil viele die neue Religion für die Krise verantwortlich machten, wurde die Verfolgung auf das ganze Reich ausgeweitet.
Verfolgung und ihre Folgen
Verlangt wurde, den Göttern oder dem Kaiser zu opfern, und dafür eine Bescheinigung zu bekommen. Viele Christen verweigerten das und wurden eingesperrt, gefoltert oder getötet, andere kauften sich Bescheinigungen oder gaben nach. Nach der Verfolgung stellte sich die Frage, wie man mit denen umgeht, die zurückwollten. Die Meinungen reichten von Handauflegen über erneute Taufe bis zum dauerhaften Ausschluss.
Gerade das Zeugnis derer, die für ihren Glauben starben, ließ die Kirche wachsen. Die Folge schließt mit einem Ausblick auf das vierte Jahrhundert, in dem sich die Welt für die Christen grundlegend ändert.
Kurz zusammengefasst
- Im 3. Jahrhundert wächst die Kirche trotz und wegen der Verfolgung.
- Die Krise des Reiches machte den einen, persönlichen Gott für viele anziehend.
- Der Umgang mit denen, die den Glauben verleugnet hatten, spaltete die Gemeinden.
Weiterlesen und -hören
- Die Geschichte des Christentums: Die ersten 100 Jahre – Warum die frühe Kirche für uns wichtig ist
- Die Geschichte des Christentums: Die Jahre 100 bis 200 – Verbreitung, Gemeindeleben und die drei Kämpfe der frühen Kirche
- Die Geschichte des Christentums: Das 4. Jahrhundert – Konstantin und das Konzil von Nicäa – Vom Ende der Verfolgung zum Glaubensbekenntnis von Nicäa
- Alle Predigten und weitere Aufnahmen auf unserem YouTube-Kanal


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