Frühe Kirche: Vortrag aus der Reihe „Kirchengeschichte“ · Dauer: ca. 26 Minuten
Warum sich das Evangelium so schnell verbreitete
Die Folge nennt mehrere Gründe: gute Straßen, eine gemeinsame Sprache, Frieden im Römischen Reich und jüdische Gemeinden fast überall, die das Alte Testament bereits kannten. Dazu kam die Botschaft selbst. Vor Gott sind alle gleich, auch Frauen, Sklaven und Arme. Gott kommt dem Menschen entgegen und verlangt nicht, sich sein Heil durch Leistung zu verdienen.
Verbreitet wurde der Glaube nicht nur von den Aposteln, sondern vor allem von einfachen Menschen, Reisenden und Händlern. Wer die Gemeinde in Rom gründete, ist unbekannt. Gott nutzt Menschen, die niemand kennt.
Gemeinden und Gottesdienst
Es gab kaum Kirchengebäude, keine Konfessionen und keine Zentrale. Kleine Gemeinden trafen sich in Häusern, wurden von Ältesten und Diakonen geleitet und von Evangelisten und Propheten besucht. Man betete, sang vor allem Psalmen, las Briefe und Evangelien vor und feierte das Herrenmahl.
Einen Einblick geben die Briefe des römischen Statthalters Plinius an den Kaiser: Die Christen trafen sich vor Sonnenaufgang, sangen, ehrten Jesus als Gott, aßen gemeinsam und verpflichteten sich zu einem moralischen Leben.
Drei Kämpfe
Die Folge beschreibt drei Auseinandersetzungen der frühen Kirche. Im geistlichen Kampf ging es um die Einzigartigkeit Jesu in einer Welt mit vielen Göttern und um die Frage, ob Christen erst Juden werden müssen. Der intellektuelle Kampf drehte sich um die Philosophie: Marcion wollte das Alte Testament und große Teile des Neuen verwerfen, die Gnostiker lehrten, Jesus sei nur Geist gewesen und nie wirklich Mensch geworden.
Die Gemeinden antworteten, indem sie klärten, welche Schriften zur Bibel gehören (sie müssen von Aposteln stammen oder von ihnen gebilligt sein), Glaubensbekenntnisse formulierten und Konzile einberiefen. Der dritte Kampf, die Verfolgung durch den Staat, wird in der nächsten Folge fortgesetzt.
Kurz zusammengefasst
- Das Evangelium verbreitete sich vor allem durch gewöhnliche Christen.
- Falsche Lehren zwangen die Gemeinden, Bibel und Bekenntnis zu klären.
- Viele damalige Einwände gegen den Glauben begegnen uns heute in neuer Form.
Weiterlesen und -hören
- Die Geschichte des Christentums: Die ersten 100 Jahre – Warum die frühe Kirche für uns wichtig ist
- Die Geschichte des Christentums: Das 3. Jahrhundert – Wie Christen unter Verfolgung wuchsen
- Die Geschichte des Christentums: Das 4. Jahrhundert – Konstantin und das Konzil von Nicäa – Vom Ende der Verfolgung zum Glaubensbekenntnis von Nicäa
- Alle Predigten und weitere Aufnahmen auf unserem YouTube-Kanal


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