Titelkarte „Das 4. Jahrhundert“ (Konstantin und Nicäa) mit dem Logo der Gemeinde Christi Kelkheim

Die Geschichte des Christentums: Das 4. Jahrhundert – Konstantin und das Konzil von Nicäa

Frühe Kirche: Vortrag aus der Reihe „Kirchengeschichte“ · Dauer: ca. 22 Minuten

Vom Verfolger zum Förderer

Anfang des vierten Jahrhunderts sind etwa zehn Prozent der Bevölkerung Christen, in den Städten vermutlich viel mehr. Unter Kaiser Diokletian kommt es um 303 zur größten Christenverfolgung, doch sie bringt dem Staat nichts. 311 erlässt der Kaiser Galerius ein Toleranzedikt, das den Christen erlaubt, ihren Glauben zu leben.

Konstantin wird 306 Kaiser im Westen und siegt 312 an der Milvischen Brücke über seinen Rivalen. Der Überlieferung nach hatte er vorher eine Vision und ließ das Kreuz auf die Schilder malen. Er selbst ließ sich erst am Ende seines Lebens taufen. 313 folgt die Mailänder Übereinkunft, die Christen gelten nun als gleichberechtigt. Staatsreligion wird das Christentum erst einige Jahre später.

Der Streit um Arius

Kaum ist die Verfolgung vorbei, streiten die Christen heftig. Arius, ein gebildeter Ältester aus Alexandria, lehrt, Jesus sei vom Vater geschaffen und ihm untergeordnet, und stellt damit die Dreieinigkeit infrage. Sein Anliegen war, den einen Gott zu verteidigen. Dieselben Einwände hört man bis heute, etwa bei Muslimen oder den Zeugen Jehovas.

Als der Bischof von Alexandria ihn ausschließt, wirkt Arius einfach in einer anderen Gemeinde weiter. Es gab keine übergeordnete Autorität, die die Frage hätte klären können.

Das Konzil von Nicäa

Kaiser Konstantin will Frieden im Reich, lädt die Bischöfe nach Nicäa ein und übernimmt die Kosten. Es kommen etwa 250 bis 300 Bischöfe, fast alle aus dem Osten. Drei Positionen stehen sich gegenüber: Arius, die Wesensgleichheit und die Wesensähnlichkeit.

Das Konzil entscheidet: Jesus ist nicht geschaffen, sondern vom Vater gezeugt und eines Wesens mit ihm, wahrer Gott aus wahrem Gott. Das Glaubensbekenntnis von Nicäa hat bis heute Bestand. Außerdem regelte das Konzil Fragen zu Bischöfen, zum Umgang mit Abgefallenen und den Termin des Osterfestes.

Kurz zusammengefasst

  • Das Ende der Verfolgung kam nicht erst durch Konstantin, sondern schon 311.
  • Der Streit um Arius klärte, wer Jesus ist: eines Wesens mit dem Vater.
  • Kaum hatten die Christen Ruhe von außen, stritten sie untereinander.

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